Bindungsangst: Beziehungsunfähig oder nur Verlust-Angst?
Immer wenn es ernst wird, ergreifst du die Flucht? Du bist seit Jahren Single und genießt die Freiheit und gelegentlichen Affären? Aber du fragst dich schon, wie lange das noch gut geht? – Viele Menschen leiden an Beziehungsangst und fürchten eine Beziehungsunfähigkeit.
Ein glücklicher Single zu sein, dagegen ist an sich ja nichts zu sagen, jedoch stehen sich viele Menschen für eine erfüllende Zweisamkeit selbst im Wege. Um eine Beziehung zu führen, muss man viele Kompromisse eingehen und sich darauf mit Haut und Haar einlassen. Dazu sind viele Frauen und Männer heute nicht mehr bereit. Oft quält sie aufgrund schlechter Erfahrungen eine schreckliche Angst vor weiteren Verletzungen. Deshalb ziehen sie einen hohen Schutzwall um sich herum.
Bindungsangst – Symptome erkennen und überwinden
Jede Nacht allein zu schlafen, ohne den Atem eines Anderen im Ohr und machen zu können, was man will, sind Lebensweisen, an die man sich schnell gewöhnen kann. Es kann einem ganz normal vorkommen, alles alleine zu erleben und das Leben mit sich selbst auszumachen. Doch oft stecken große Verlustängste hinter dem Alleinsein. Es gibt nur wenige Singles, die wirklich über Jahre hinweg glücklich mit ihrer Situation sind. Man will es zwar nicht wahr haben, aber je mehr Zeit vergeht, umso schwieriger wird oft der Neuanfang für eine Liebe.
Oft scheitern Beziehungen schon am Anfang daran, dass man viel zu hohe Ansprüche an den Partner und den Verlauf der Annäherung stellt. Man sucht förmlich nach Gründen, warum eine Beziehung unter diesen Umständen oder mit diesem Menschen nicht möglich werden kann. Das Bild des Traumprinzen oder der Traumfrau, dass man sich über die Jahre zusammenfantasiert hat, kann der Andere nie erfüllen. Und je weniger er oder sie das kann, umso sicherer fühlt man sich. Wer sich darin bei der Partnersuche wiedererkennt, scheint unter Bindungsangst zu leiden.
Bindungsangst – Ursachen und der Umgang mit Verlustangst
Für Beziehungsangst kann es verschiedene Ursachen geben. Oft spielen schlechte Erfahrungen mit Partnerschaften oder sogar böse Erinnerungen aus der frühsten Kindheit eine Rolle. Nicht selten schlummern die Ursachen für Bindungsängste tief im Unterbewusstsein und nur die Symptome zeigen sich an der Oberfläche. In den meisten Fällen beherrscht die panische Angst vor Verletzungen und Verlust die Betroffenen. Sie handeln ständig aus Selbstschutz und stoßen damit ihrem potenziellen Partner vor den Kopf. Wenn der dann die Flucht ergreift, fühlen sich Menschen mit Bindungsängsten in ihrer negativen Einstellung bestätigt.
Nicht immer ist es nur die Angst, die die Zweisamkeit verhindert. Oft entwickeln Menschen aus Selbstschutz auch ein übertriebenes Selbstbewusstsein, um ihre eigene Geringschätzung zu überspielen. Damit fühlt man sich zu gut für diesen Partner und glaubt jedes Mal, man hätte etwas Besseres verdient. Doch das Bessere wird nie erkannt werden, wenn man die Angst nicht zu überwinden lernt. Ein Neuanfang ist ein Haufen Arbeit, aber um einer neuen Beziehung eine Chance zu geben und Liebeskummer zu vermeiden, sollte man im Hier und Jetzt leben und sein schweres Päckchen ablegen.
Beziehungsunfähigkeit verhindern und Bindungsängste besiegen
Dieses Verhalten aus Angst vor negativen Erlebnissen heißt natürlich nicht gleich, dass man beziehungsunfähig ist. Unsere Tipps: Betroffene müssen ihre Ängste bewältigen und ihr Selbstbewusstsein auf gesunde Weise stärken. Eine Therapie kann helfen, die Dinge wieder klarer zu sehen und zu erlernen, nicht mehr von Emotionen überwältigt zu werden. Wer schon seit Jahren so lebt, sollte sich nicht aufgeben und die Sache endlich anpacken.
Besonders wenn man einen Menschen gefunden hat, dem man vertraut und mit dem man sich nach einem Date eine Beziehung vorstellen kann, sollte man mit offenen Karten spielen und dem Partner erklären, wie man sich manchmal fühlt und wie ihr euch dann am Besten verhalten solltet. Es gibt verschiedene Therapieansätze, um Bindungsängste zu besiegen. Oft reicht es auch schon, sich einfach mal bewusst zusammenzureissen, einmal tief durchzuatmen und sich zu überlegen, was die Situation gerade bedeutet. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man sich richtig kennen lernen und nachfragen, statt sie in sich glühen zu lassen. Bevor man zurück schiesst und die Mauern wieder hochzieht, sollte man sich ins aktuelle Leben katapultieren und die Bindungsängste besiegen.
