Die Phasen einer Beziehung: Die magischen drei Monate
Alle Paare durchleben sie, die sechs Phasen einer Beziehung. Warum sind die ersten drei Monate entscheidend? Warum trennen sich so viele Paare nach drei Monaten?
In den verschiedenen Bereichen des Lebens sind die ersten drei Monate entscheidend. Sei dies im Job, in einer neuen Freundschaft oder aber einer Beziehung. Jede Beziehung durchläuft gewisse Phasen, vom der Verliebtheit bis hin zu Aushandlungen über eine gemeinsame Zukunft. Hierbei sind die ersten drei Monate oft ausschlaggebend bzw. richtungsweisend. Wieso sind gerade die ersten drei Monate entscheidend für das Funktionieren einer Beziehung?Waren Sie selbst schon mal einige Wochen oder Monate, Kopf über Fuß, frisch verliebt? Und haben Sie sich schon mal nach knapp drei Monaten getrennt? Ja? Auch öfter? Schuld ist die verdammte rosarote Brille.
Die Phasen einer Beziehung – Vom Kribbeln im Bauch zu Stabilität
Wenn man sich verliebt, ist man wissenschaftlich fast am Rande des Nervenzusammenbruchs, der „…mit Herzrasen, Schlafstörungen, Halluzinationen, Wechselbädern von Euphorie und Qual, und sogar schizophrenieähnlichen Zuständen einhergeht“, erklärt Arnold Retzer, Leiter des Systemischen Instituts Heidelberg. Die rosarote Brille erlaubt es einem, die kleinen Makel und Eigenheiten des Partners zu übersehen. Nach ca. 3 Monaten lässt aber der erste Rausch der Verliebtheit nach und man nimmt den Partner anders wahr.
Das Absetzen der rosaroten Brille
Durch das Abnehmen der Verliebtheit wird der Partner nicht mehr als Inbegriff der Perfektion gesehen und anfänglich niedliche Eigenheiten können einem vermehrt auffallen oder sogar auf die Nerven gehen. Verliebtheit wird hier durch das Übergehen in den Alltag ersetzt. An dieser Stelle fragen sich viele, ob die Person wirklich so ist, wie man sie sich vorgestellt hat? Ob man mit den Eigenheiten leben kann, wenn sie einen schon nach wenigen Monaten stören? Sind die eigenen Ansprüche zu hoch? Wenn Beziehungen jedoch diese Phase überleben, können sie einen neuen Auftrieb bekommen und man wird zu Partnern.
Die sechs Phasen der Beziehung
- Die erste Phase ist logischerweise die rosarote Brille, in der man ein Kribbeln im Bauch hat, seinen Partner am liebsten 24 Stunden am Tag sehen würde und an nichts anderes denken kann.
- Die zweite Phase ist durch das Absetzen der rosaroten Brille gekennzeichnet. Man beginnt die Schwächen und Makel des anderen wahrzunehmen, widmet sich wieder etwas mehr seinem eigenem Leben, Alltag schleicht sich ein und mit ihm, die erste Ernüchterung.
- In der dritten Phase kommt der Moment in dem man denkt, man könne seinen Partner verändern. Erneute Ernüchterung kann einen hier heimsuchen, wenn man feststellt, dass Menschen sich nicht ändern.
- In Phase vier oder die Phase der Entscheidung entscheidet man sich, ob die Partnerschaft Zukunft hat. Viele bekommen hier das Bedürfnis aus der Beziehung auszubrechen und fühlen sich eingeengt. Bei frischen Beziehungen passiert dies in den magischen ersten Monaten, bei länger haltenden Beziehungen geschieht dies oft im „verflixten siebten Jahr“.
- Hat man diese ersten vier kritischen Phasen überstanden, so kommt Phase fünf, die der Belohnung. Es erfolgt eine Annäherung, mehr Kompromissbereitschaft, da erkannt wird, dass die Beziehung aus einen Geben und Nehmen besteht. Man lernt, dass man seinen Partner nicht verändern kann und nimmt dies an.
- Phase sechs ist durch Stabilität gekennzeichnet. Man erreicht ein Gleichgewicht zwischen Nähe und Selbstständigkeit, fühlt sich aber gleichzeitig aufgehoben und geborgen. Wenn man erst einmal diese Phase erreicht hat, hat die Beziehung gute Chancen, lange zu halten, denn man ist als Paar gereift und zusammengewachsen.
So traurig eine Trennung nach den ersten drei Monaten ist, so wichtig scheinen sie doch. Man lernt sich kennen, lernt was man will oder nicht will. Nach einer eventuellen Trennung, nach drei Monaten, ist man aber oft noch nicht so involviert, dass man nicht darüber hinwegkäme. Vielleicht sind die magischen ersten drei Monate ein gewisser Selbstschutz.