Die zweite Ehe macht es auch nicht besser: Warum der zweite Anlauf oft misslingt

Geschrieben am 29.05.2012

Dass die Scheidungsraten mittlerweile mit den Heiratsstatistiken aufzuwiegen sind, ist kein Geheimnis mehr, aber viele sehen sich trotzdem nach einem neuen Partner um. Gut geht das nur in den wenigsten Fällen aus, sagt zumindest die Statistik.

Demnach sollen sich 10% mehr Paare scheiden lassen als bei einer ersten Ehe, bei der Drittehe soll die Zahl noch einmal in die Höhe gehen.

Scheidung in der Zweitehe: Woran liegt es?

Die Art und Weise wonach wir uns Partner suchen und wie wir mit Menschen umgehen wird schon sehr früh in unserer Kindheit und Jugend fest gelegt und im Laufe des Lebens lassen sich diese Einflüsse nur sehr schwerlich ändern.

Wenn wir also bestimmte Qualitäten und Eigenschaften in einem Partner suchen und wir uns irgendwann von ihm trennen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass wir uns daraufhin einen völlig anderen Partner suchen.

Dass man selbst immer kompromissloser mit dem Alter wird, erschwert die Sache weiterhin, als Mittzwanziger mag man sich noch erheblich für seinen Partner ändern, je älter man wird, desto gefestigter ist man in seiner Persönlichkeit und desto weniger will man sich “aufgeben”, selbst wenn es um eine Beziehung geht.

Da die meisten Zweitehen (außerhalb von Promikreisen) derzeit in den Vierzigern geschlossen werden, ist es also nicht sehr wahrscheinlich, dass sich beide Partner willentlich verbiegen, um die Ehe aufrecht zu erhalten.

Familie und Kinder in der Zweitehe

Ein drittes und nicht zu überschätzendes Element ist die Familie. Oftmals bringt man – mittlerweile schon ältere – Kinder mit in die Zweitehe, aber eventuell hat der eine Partner auch noch Lust auf ein weiteres Kind. Themen wie eine Schwangerschaft in den 40ern sollten natürlich gut überdacht werden und gerade bei älteren Kindern aus Vorehen sollte es zumindest einmal ins Gespräch gebracht werden, denn auch wenn man meistens sicher situiert ist und etwas mehr Zeit für das Baby hat, ist es kein leichtes Unterfangen und kann zusätzlichen Druck auf die Beziehung setzen. Unterschiedliche Erwartungen der beiden Partner sind außerdem ein wichtiger Faktor, warum es nicht immer im zweiten Anlauf klappt.

Einer jüngsten Time-Umfrage nach, denken aber sowieso immer mehr (darunter auch mehr als ein Drittel Geschiedener), dass eine Partnerschaft ohne Eheschein abgesehen von den finanziellen Vorteilen eigentlich heutzutage eher Druck ausübt und die Beziehung nicht zwangsläufig stärkt. Daher sollte man sich auch selbst nicht unter Druck setzen, wobei natürlich jeder nach dem Motto „das Herz will, was das Herz will“ (The heart wants what the heart wants) gehen sollte, wenn es um wichtige Themen wie die Liebe geht.

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